
Energie sparen im Haushalt klingt oft nach Verzicht und Unbequemlichkeit. Dabei zeigen unsere Erfahrungen etwas ganz anderes: Mit den richtigen Massnahmen lässt sich der Verbrauch deutlich senken, ohne auf Komfort zu verzichten. Tatsächlich entfällt in der Schweiz rund ein Drittel des Energieverbrauchs auf Haushalte, wobei etwa 70% allein aufs Heizen entfallen. Wir zeigen Ihnen 12 einfache Wege, wie Sie energie sparen können – von der optimalen Raumtemperatur über LED-Beleuchtung bis zu effizienten Haushaltsgeräten.
Raumtemperatur gezielt senken
Die Raumtemperatur ist einer der grössten Stellhebel beim Energie sparen. Viele heizen alle Räume gleich stark, obwohl unterschiedliche Bereiche im Haushalt verschiedene Temperaturen benötigen.
Optimale Temperatur für jeden Raum
Jeder Raum hat seine eigene ideale Temperatur. Im Wohnzimmer und Arbeitszimmer empfehlen sich 20 bis 22 °C. Das Schlafzimmer braucht hingegen nur 16 bis 18 °C, denn kühlere Temperaturen fördern erholsamen Schlaf und verhindern das Austrocknen der Schleimhäute. In der Küche reichen 18 bis 20 °C völlig aus, da Herd und Backofen zusätzliche Wärme abgeben. Das Badezimmer darf mit 22 bis 24 °C am wärmsten sein. Für Flur und Treppenhaus genügen 15 °C.
Auf Heizkörperthermostaten stehen die Zahlen nicht willkürlich. Stufe 1 entspricht 12 °C, Stufe 2 sind 16 °C, Stufe 3 bedeutet 20 °C, Stufe 4 sind 24 °C und Stufe 5 erreicht 28 °C. Diese Solltemperaturen helfen bei der gezielten Einstellung.
Wie viel Energie 1 Grad weniger spart
Die Absenkung um nur 1 °C reduziert den Energieverbrauch der Heizung um 6 Prozent. Bei einer Reduzierung von 20 auf 16 °C im Vorraum entspricht das einer Einsparung von 24 Prozent der Heizkosten. Die Rechnung dahinter ist simpel: Die Heizung muss eine bestimmte Temperaturdifferenz zwischen Innen- und Aussentemperatur aufrechterhalten. Bei einer Aussentemperatur von 2 °C und gewünschten 20 °C innen muss sie 18 Grad liefern. Bei 19 °C innen sind es nur noch 17 Grad – das entspricht 5,55 Prozent weniger Energie.
Das Einsparpotential variiert je nach Aussentemperatur. Bei milderen 11 °C Aussentemperatur im April sparen 19 statt 20 °C bereits 11 Prozent Wärme. Die 6%-Regel gilt besonders für Altbauten mit Öl- und Gasheizungen, während bei modernen Niedrigenergiehäusern der prozentuale Anteil zunimmt.
Praktische Umsetzung im Alltag
Die Nachtabsenkung ist ein wirksames Mittel. Viele Heizungen reduzieren die Temperatur nachts automatisch. Die Absenkung sollte jedoch nicht mehr als 2 bis 4 °C betragen, sonst verbraucht das Wiederaufheizen mehr Energie als eingespart wurde. In Altbauten lassen sich durch nächtliche Absenkung bis zu 12 Prozent Heizkosten sparen.
Bei digitalen Thermostaten können Sie Gradzahlen punktgenau festlegen. Bei klassischen Heizungsventilen entspricht ein Strich zwischen den Zahlen etwa einem Grad. Nicht genutzte Räume sollten auf Stufe 1 oder 2 stehen, aber nie komplett auskühlen – Temperaturen unter 14 °C begünstigen Schimmelbildung.
Richtig lüften statt Fenster kippen
Image Source: WERU GmbH
Gekippte Fenster gehören zu den grössten Energieverschwendern im Haushalt. Dabei lässt sich durch richtiges Lüften nicht nur Schimmel vermeiden, sondern auch erheblich energie sparen. Falsches Lüftungsverhalten treibt die Heizkosten um bis zu 20 Prozent in die Höhe.
Stosslüften vs. Dauerlüften
Grundsätzlich sollten Sie gekippte Fenster vermeiden. Bei angekippten Fenstern wird die Raumluft viel zu langsam ausgetauscht, während die Fensterlaibung stark auskühlt und Schimmel begünstigt. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Ist das Fenster vier Stunden gekippt, gelangen etwa 880 m³ Frischluft in den Raum. Beim Stosslüften strömen dagegen nur circa 270 m³ Frischluft am Tag durch das mehrmals für drei bis vier Minuten geöffnete Fenster.
Stosslüften funktioniert wesentlich effizienter. Öffnen Sie die Fenster für kurze Zeit komplett, erreichen Sie einen schnellen Luftaustausch, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Noch besser ist Querlüften: Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster gross, sodass Durchzug entsteht. Auf diese Weise wird die Raumluft schnellstmöglich ausgetauscht. Beim Querlüften kann teilweise in 1 bis 3 Minuten ein kompletter Luftaustausch möglich sein.
Optimale Lüftungszeiten nach Jahreszeit
Die Lüftungsdauer hängt von der Aussentemperatur ab. Je kälter es draussen ist, desto kürzer müssen Sie lüften. In den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar reichen bereits 5 Minuten aus. Im März und November lüften Sie 10 Minuten. Für Querlüften genügen im Winter sogar nur 2 bis 4 Minuten.
Im Sommer hingegen darf es länger dauern. Bei warmem Wetter sind 20 bis 30 Minuten angemessen. Besonders an heissen Tagen lüften Sie am besten früh morgens oder spät abends, wenn die Aussentemperaturen am niedrigsten sind. Während der heissen Tagesstunden sollten die Fenster geschlossen bleiben.
Energie sparen durch richtiges Lüften
Stosslüften statt Dauerlüften spart bis zu 160 Euro im Jahr. Bei einer Aussentemperatur von 5 Grad Celsius und gewünschten 20 Grad Raumtemperatur benötigt Stosslüften Energie in Höhe von 1,48 Kilowattstunden, Dauerlüften hingegen 4,6 Kilowattstunden. Stosslüften spart in diesem Beispiel rund 30 Prozent Energie.
Drehen Sie das Heizkörperthermostat vor dem Lüften herunter, damit die Heizung nicht gegen die einströmende Kälte anheizt. Lüften Sie mindestens zweimal täglich stosslüftend, bei Anwesenheit drei- bis fünfmal. Als Faustformel lüften Sie immer dann, wenn es notwendig ist: im Schlafzimmer direkt nach dem Aufstehen, im Bad nach dem Duschen und in der Küche nach dem Kochen.
Heizkörper entlüften und freihalten
Luftblasen im Heizsystem verursachen mehr als nur störende Geräusche. Sie blockieren die Wärmezirkulation und treiben Ihre Heizkosten in die Höhe. Regelmässiges Entlüften und die richtige Positionierung der Heizkörper gehören zu den einfachsten Massnahmen, mit denen Sie energie sparen können.
Warum Entlüften Energie spart
Luft im Heizwasser verhindert, dass sich die Wärme gleichmässig verteilt. Denn Luft leitet Wärme wesentlich schlechter als Wasser. Die Folge: Einzelne Heizkörper werden nicht gleichmässig warm, obwohl die Heizung auf Hochtouren läuft. Viele drehen dann das Thermostatventil weiter auf, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das verursacht höhere Kosten.
Gluckergeräusche sind ein deutliches Zeichen für Luft im System. Anderenfalls bleiben manche Räume kalt, während die erzeugte Wärmeenergie ungenutzt verpufft. Die Luftbläschen beeinträchtigen den Wirkungsgrad der gesamten Anlage. Wenn Sie die Heizung entlüften, sparen Sie letztlich Geld, denn ein Heizkörper, der nicht ausreichend mit Heizwasser versorgt wird, verbraucht mehr Energie.
Der optimale Zeitpunkt fürs Entlüften ist der Beginn der Heizperiode. Durch regelmässiges und korrektes Entlüften können Sie Ihren Energieverbrauch und die damit verbundenen Heizkosten um bis zu 15 Prozent reduzieren. Nach dem Entlüften sollten Sie unbedingt den Wasserdruck kontrollieren. Wenn Sie die Heizung entlüften, geht immer etwas Wasser verloren. Liegt der Druck unter 1,2 Bar, müssen Sie Wasser nachfüllen.
Heizkörper richtig positionieren
Freiheit ist das oberste Gebot für Heizkörper. Stehen Möbel mindestens 20 Zentimeter von der Heizung entfernt, lassen sich bereits zehn Prozent Heizenergie einsparen. Sofas, Kommoden oder Schränke sollten daher niemals direkt vor dem Heizkörper platziert werden. Steht ein Möbelstück zu nah, staut sich die warme Luft dahinter und kann nicht frei im Raum zirkulieren.
Idealerweise positionieren Sie Heizkörper an der Aussenwand, am besten direkt unter dem Fenster. So wirken sie der kalten Fallluft entgegen, die von der Fensterscheibe herabströmt. Die warme, aufsteigende Luft trifft im idealen Moment auf die Fallluft, sodass die Luft im Raum zirkuliert.
Darüber hinaus spielt Sauberkeit eine entscheidende Rolle. Staubablagerungen auf den Lamellen wirken wie eine Isolationsschicht und verringern die Heizleistung. Die Kombination aus freistehenden Heizkörpern, sauberen Oberflächen und richtig eingestellten Thermostaten kann den Wärmeverlust deutlich reduzieren.
Jährliches Einsparpotential
Die Zahlen sprechen für sich: Durch das Entlüften können bis zu 15 Prozent der Energiekosten eingespart werden. Ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt bezahlt etwa 270 Euro jährlich für Heizkosten. Wird die Heizung regelmässig entlüftet, werden so etwa 40,50 Euro gespart. Die Einsparungen durch richtige Möbelpositionierung können laut Experten bis zu zwölf Prozent der Heizkosten betragen.
Programmierbare Thermostate nutzen
Programmierbare Thermostate übernehmen die Temperaturregelung automatisch und passen die Heizzeiten an Ihren Tagesablauf an. Mit ihnen lassen sich im Schnitt etwa 10 Prozent Heizkosten sparen, wobei das Sparpotenzial vom bisherigen Heizverhalten abhängt.
Automatische Temperaturregelung
Elektronische Thermostate verfügen über einen Temperaturfühler, der die Raumtemperatur misst, einen Regler, der diese mit der voreingestellten Wunschtemperatur vergleicht, und einen Stellmotor, der das Ventil entsprechend öffnet oder schliesst. Fortgeschrittene Modelle lassen sich per WLAN, DECT oder Bluetooth via App steuern und reagieren automatisch auf verschiedene Situationen. Tür- und Fensterkontakte erkennen geöffnete Fenster zum Lüften und regeln die Heizung automatisch herunter. Allerdings muss das Thermostat frei zugänglich sein, sonst entsteht ein Wärmestau und das Ventil schliesst, bevor der Raum die gewünschte Temperatur erreicht hat.
Heizzeiten optimal planen
Sie können bei programmierbaren Thermostaten einstellen, wann, wie stark und wie lange ein Raum beheizt wird. Das Bad heizt morgens vor dem Aufstehen vor, während die Heizung tagsüber bei Abwesenheit herunterfährt. Eine Stunde bevor Sie nach Hause kommen, startet die Heizung wieder. Einzelne Heizkörperthermostate ermöglichen in jedem Raum eine individuelle Temperatureinstellung, während die zentrale Heizungstherme alle Räume gleich behandeln würde.
Smarte Thermostate im Vergleich
Stiftung Warentest beziffert das Sparpotenzial mit 5 bis 8 Prozent der ursprünglichen Heizkosten. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zeigt, dass intelligente Heizungssteuerungen den Heiz-Energiebedarf um 14 bis 26 Prozent senken können. Produkte von Anbietern wie AVM, Danfoss, Honeywell, tado, Homematic IP, Netatmo und Bosch reichen von einfachen programmierbaren Thermostaten bis zu Ausführungen mit App-Steuerung. Die Tado-Modelle X und V3+ bieten vorausschauendes Heizen und fahren die Heizungen früher und langsam energiesparend hoch.
Kosten und Amortisation
Ein programmierbares Heizkörperthermostat kostet ab 35 Euro, mit Smart-Home-Anbindung beginnen die Preise bei 40 Euro. Fensterkontakte kosten rund 25 Euro pro Stück. Ein komplettes System mit fünf bis sechs Thermostaten liegt bei 200 bis 300 Euro. Bei durchschnittlichen Gaskosten von 2.213 Euro im Jahr wären Einsparungen von rund 177 Euro möglich. Nach einem Winter haben Sie das Geld wieder drin.
Warmwasser bewusst nutzen
Körperpflege verschlingt 36 Prozent unseres täglichen Wasserverbrauchs. Duschen, Baden und Händewaschen kosten Energie, denn warmes Wasser muss aufgeheizt werden. Mit bewusstem Umgang beim Warmwasser lassen sich erhebliche Beträge einsparen.
Duschen statt baden
Für ein Vollbad in einer Standard-Badewanne fliessen 150 bis 180 Liter Warmwasser. Das übersteigt bereits den durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch pro Person. Mit einem normalen Duschkopf verbrauchen Sie für 5 Minuten Duschen lediglich 60 Liter, also weniger als die Hälfte. Eine Regendusche dagegen lässt sogar 20 Liter pro Minute durchfliessen.
Duschen Sie 10 Minuten mit einem handelsüblichen Duschkopf, benötigen Sie bis zu 140 Liter heisses Wasser. Halbieren Sie die Duschzeit auf 5 Minuten, halbiert sich entsprechend der Warmwasser- und Energieverbrauch. Stellen Sie während des Einseifens das Wasser ab. Durch Einbau eines Duschstopps bleibt währenddessen die Wassertemperatur erhalten.
Sparduschkopf und Durchflussbegrenzer
Bei einem durchschnittlichen Duschkopf fliessen 10 bis 14 Liter Wasser pro Minute durch die Brause. Ein Sparduschkopf verbraucht nur 6 bis 8 Liter pro Minute. Dabei bleibt das Duschgefühl erhalten, denn der Sparduschkopf mischt Luft zum Wasser. Die Wassermenge, die erhitzt werden muss, reduziert sich, während die Kraft des Duschstrahls fast gleich bleibt.
Mit einem Sparduschkopf sparen Sie bis zu 30 Prozent Warmwasserkosten und rund 250 Euro pro Jahr pro Kopf. Ein Durchflussbegrenzer kostet bereits 3 bis 4 Euro und kann Einsparungen von bis zu 270 Euro jährlich ermöglichen. In einem Zwei-Personen-Haushalt, der an 300 Tagen im Jahr je 6 Minuten duscht, sparen Sie durch Reduktion von 14 auf 8 Liter pro Minute etwa 20 Kubikmeter Wasser und 1.460 Kilowattstunden Energie.
Wassertemperatur richtig einstellen
Senken Sie die Wassertemperatur beim Duschen um nur 1 Grad, sparen Sie pro Grad und Person im Haushalt 13 Euro im Jahr. Bei einem Boiler können Sie die allgemeine Warmwassertemperatur von 70 auf 60 Grad Celsius senken. Allerdings sollten Sie die Temperatur vor allem bei elektrischen Speichern nicht dauerhaft unter 60 Grad senken, um das Risiko gesundheitsgefährdender Legionellen auszuschliessen. Bei der dezentralen Warmwasserbereitung mit Durchlauferhitzern sind 39 Grad Celsius empfehlenswert, bei Warmwasserspeichern mindestens 55 Grad Celsius.
Energieeffizient kochen und backen
Kochen und Backen verschlingen beträchtliche Mengen Energie. Allerdings lassen sich mit einfachen Anpassungen erhebliche Beträge einsparen, ohne auf kulinarische Genüsse zu verzichten.
Mit Deckel kochen
Kochen ohne Deckel verschwendet 20 Prozent an Energie. Tatsächlich sparen Sie mit einem passenden Deckel auf dem Elektroherd bis zu 70 Prozent Energie. Die Wärme bleibt im Topf, das Essen wird schneller gar. Beispiel: Kochen Sie 1,5 Liter Wasser ohne Deckel, entstehen circa 510 Gramm CO2. Mit Deckel reduzieren Sie den CO2-Ausstoss auf 150 Gramm. Dadurch sparen Sie rund 20 Euro im Jahr. Wichtig dabei: Heben Sie den Deckel nicht ständig an, sonst geht wertvolle Energie verloren.
Restwärme von Herd und Ofen nutzen
Elektroherdplatten und Backöfen geben noch lange nach dem Abschalten Wärme ab. Pro Jahr lassen sich etwa 20 Euro einsparen, wenn Sie Restwärme nutzen. Die Faustregel lautet: Je länger etwas braucht, desto eher können Sie Ofen oder Herd ausstellen. Sie können beide Geräte fünf bis zehn Minuten vor der eigentlichen Zeit ausstellen, sofern die gewünschte Temperatur erreicht ist. Bei Induktionsherden funktioniert das kaum, weil das Prinzip lautet: schnell heiss, schnell kalt. Bei einem Elektroherd funktioniert das aber sehr gut.
Vorheizen vermeiden
Verzichten Sie aufs Vorheizen und sparen Sie bis zu 20 Prozent Energie. Rührkuchen oder Braten können Sie getrost in den noch kalten Ofen schieben. Einzige Ausnahme: Frischer Blätterteig braucht von Anfang an hohe Temperaturen, sonst geht er nicht richtig auf. Verwenden Sie die Umluft-Funktion anstatt Ober- und Unterhitze, sparen Sie 25 bis 40 Prozent der Stromkosten ein.
Topfgrösse an Herdplatte anpassen
Ist die Herdplatte nur 1 bis 2 Zentimeter grösser als der Topfboden, verpuffen 20 bis 30 Prozent der Energie. Wählen Sie immer den kleinstmöglichen Topf für Ihr Gericht und eine passende Herdplatte. Dabei sind bis zu 30 Prozent energie sparen möglich.
Kühl- und Gefriergeräte optimieren
Kühl- und Gefriergeräte verursachen zwischen 10 und 20 Prozent der gesamten Energiekosten im Haushalt. Tag und Nacht laufen diese Geräte ohne Pause, was den Stromverbrauch entsprechend in die Höhe treibt. Mit den richtigen Einstellungen und etwas Aufmerksamkeit lässt sich hier erheblich energie sparen.
Richtige Temperatureinstellung
Für den Kühlschrank reichen 7 °C völlig aus. Im Gefrierfach sind minus 18 °C die optimale Temperatur[252]. Bereits ein Grad weniger im Kühlschrank kostet rund 6 Prozent mehr Energie. Viele Geräte sind unbewusst zu kalt eingestellt, insbesondere wenn keine Temperaturanzeige vorhanden ist. Legen Sie ein Thermometer ins mittlere Fach, um die tatsächliche Temperatur zu überprüfen.
Warme Speisen erst abkühlen lassen
Stellen Sie warme Speisen in den Kühlschrank, erhöht sich abrupt die Innentemperatur. Der Kühlschrank muss dann viel mehr Energie aufwenden, um das Kälteniveau zu halten. Zudem bildet sich durch den Dampf Kondenswasser, das sich an der Innenwand niederschlägt und dort zu Eisbildung führt. Lassen Sie gekochte Gerichte erst auf Zimmertemperatur abkühlen, allerdings nicht länger als ein bis zwei Stunden. Füllen Sie grosse Mengen in kleinere, flache Behälter um, damit die Wärme schneller entweichen kann.
Regelmässig abtauen
Bereits eine 1 Zentimeter dicke Eisschicht kann den Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent steigern. Regelmässiges Abtauen spart zwischen 15 und 45 Prozent der Energiekosten für das Gefrierfach ein. Tauen Sie Gefriergeräte mindestens ein- bis zweimal jährlich ab. Stellen Sie dazu eine Schüssel mit heissem Wasser ins Eisfach, das beschleunigt den Prozess erheblich.
Standort und Platzierung beachten
Je kühler die Umgebung, desto weniger Energie braucht das Gerät. Stellen Sie Kühlschränke niemals neben Herd, Heizung oder in direkter Sonne auf. Achten Sie darauf, dass die Lüftungsgitter nicht abgedeckt werden, sonst entsteht ein Wärmestau.

Waschmaschine effizient einsetzen
Waschgewohnheiten beeinflussen den Energieverbrauch im Haushalt erheblich. Etwa 14 Prozent des Gesamtstromverbrauchs im durchschnittlichen Privathaushalt entfallen auf Waschen und Trocknen. Rund drei Viertel des Stromverbrauchs einer Waschmaschine werden allein fürs Erhitzen des Wassers benötigt.
Bei 30°C waschen
Eine 30-Grad-Wäsche verbraucht nur etwa ein Drittel der Energie eines 60-Grad-Programms. Waschen Sie bei 30 statt 60 Grad, sparen Sie rund zwei Drittel der Energiekosten und etwa 60 Euro im Jahr. Bei 40 Grad statt 60 Grad lassen sich bereits 35 bis 40 Prozent Strom einsparen. Moderne Waschmittel mit kaltaktiven Enzymen reinigen zuverlässig bei niedrigen Temperaturen. Allerdings sollten Sie etwa einmal pro Monat ein 60-Grad-Programm plus Vollwaschmittel wählen, um die Waschmaschine hygienisch sauber zu halten.
Maschine voll beladen
Ist die Waschmaschine entsprechend der maximalen Füllmenge befüllt, wäscht sie am sparsamsten. Als Faustregel gilt: Oben in der Trommel sollte eine Handbreit Platz bleiben. Halbe Ladungen erhöhen den Energieverbrauch pro Kleidungsstück deutlich. Verzichten Sie auf Vorwäsche und sparen Sie rund 7 Euro im Jahr.
Sparprogramme nutzen
Das Eco-Programm wäscht deutlich energieeffizienter als das Standardprogramm. Dabei spart es bis zu 50 Prozent weniger Strom, obwohl der Waschgang länger dauert. Das Einsparpotential liegt bei rund 33 Euro pro Jahr.
Wäsche lufttrocknen statt Tumbler
Trocknen Sie Wäsche an der Luft statt im Trockner, sparen Sie je nach Haushaltsgrösse rund 80 bis 250 Euro Stromkosten pro Jahr. Wählen Sie vor dem Trocknen eine Schleuderdrehzahl von mindestens 1.200 U/min, optimal sind 1.400 U/min. Höhere Schleuderleistung verkürzt die Trocknungszeit erheblich.
Geschirrspüler richtig nutzen
Geschirrspüler gehören zu den effizientesten Haushaltsgeräten, sofern Sie sie richtig nutzen. Die Wahl des Programms und das Beladen machen den Unterschied zwischen Energieverschwendung und sparsamem Betrieb.
Eco-Programme verwenden
Das Eco-Programm arbeitet bei niedrigeren Temperaturen von 45 oder 50 Grad anstelle von 60 oder 70 Grad. Obwohl der Spülgang etwa drei bis vier Stunden läuft, verbraucht ein Eco-Zyklus nur 0,73 kWh. Verglichen mit dem Automatikprogramm sparen Sie damit circa 523 kWh pro Jahr. Die längere Laufzeit gleicht die niedrigere Temperatur aus, denn das Reinigungsmittel hat mehr Zeit zu wirken. Allerdings sollten Sie mindestens einmal im Monat bei hohen Temperaturen von etwa 65 bis 75 Grad spülen, um Ablagerungen und Keime zu vermeiden.
Vorspülen vermeiden
Vorspülen unter fliessendem Wasser verbraucht unnötig bis zu 24 Liter Wasser. Moderne Geschirrspüler reinigen auch hartnäckige Essensreste effizient. Entfernen Sie lediglich grobe Speisereste mit einem Löffel oder einer Serviette. Bei stark verschmutztem Geschirr kann ein kurzes Abspülen sinnvoll sein, da Sensoren sonst ein intensives Programm wählen, das mehr Wasser und Strom benötigt. Für leicht verschmutztes Geschirr ist Vorspülen hingegen überflüssig.
Volle Beladung abwarten
Starten Sie den Geschirrspüler nur bei voller Beladung. Jede Spülung benötigt Energie und Wasser, unabhängig von der Geschirrmenge. Die Funktion „Halbe Ladung“ reduziert den Verbrauch nicht um die Hälfte. Häufiges Spülen mit geringer Beladung erhöht den Energieverbrauch erheblich. Eine volle Beladung nutzt Strom und Wasser optimal und senkt Ihre Haushaltskosten spürbar.
Auf LED-Beleuchtung umstellen
LEDs verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Strom als Glühbirnen und bieten eine Lebensdauer von durchschnittlich 20.000 bis 25.000 Stunden. Damit halten sie rund 10.000 Stunden länger als Energiesparlampen. Der Umstieg rechnet sich schnell: Ersetzen Sie beispielsweise eine 60 Watt Glühlampe, die durchschnittlich 4 Stunden am Tag brennt, durch eine LED-Lampe mit 6 bis 7 Watt, sparen Sie pro Jahr circa 80 kWh Strom beziehungsweise 32 Euro Stromkosten. Die neue LED-Lampe kostet lediglich rund 5 Euro und hält mehrere Jahre.
Einsparpotential von LED
Im Vergleich zu Halogenlampen verbrauchen LEDs etwa 80 Prozent weniger Energie. Gegenüber Energiesparlampen sparen Sie mit LEDs 10 kWh pro Jahr, was 4 Euro Stromkosten entspricht. Zudem erreichen LEDs sofort ihre volle Helligkeit, während Energiesparlampen einige Sekunden benötigen. LEDs werden höchstens warm, nicht heiss, und lassen sich direkt nach dem Ausschalten anfassen.
Licht ausschalten bei Abwesenheit
Bei LED-Lampen lohnt sich das Ausschalten auch bei kurzer Abwesenheit. Zwar gilt das Gesetz des Einschaltstroms, allerdings ist dieser Effekt nur minimal bei LEDs. Licht sollte immer nur dort brennen, wo es benötigt wird.
Bewegungsmelder installieren
In Fluren, Kellern oder Aussenbereichen schalten Bewegungsmelder das Licht nur bei tatsächlichem Bedarf ein. Für betroffene Leuchtmittel lässt sich durch Bewegungsmelder eine zusätzliche Energieeinsparung von rund 80 Prozent erzielen.
Tageslicht optimal nutzen
Helle Wand- und Möbelfarben reflektieren Tageslicht besser und können künstliche Beleuchtung überflüssig machen. Stellen Sie Ihren Arbeitsplatz ans Fenster, müssen Sie die Schreibtischlampe seltener einschalten.
Standby-Modus vermeiden
Schalten Sie Geräte nach Gebrauch aus oder laufen sie im Standby weiter? Etwa 8 Prozent des Stromverbrauchs in einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt entstehen allein durch Standby-Betrieb. Das entspricht Kosten von bis zu 144 Euro jährlich. In einem Zwei-Personen-Haushalt liegt das Einsparpotential bei etwa 84 Euro.
Geräte vollständig ausschalten
Spielekonsolen, Bildschirme und Computer sollten nach dem Gebrauch immer vollständig ausgeschaltet werden. Viele Geräte verbrauchen auch ohne leuchtende Lämpchen heimlich Strom. Besonders Unterhaltungselektronik wie Laptops, Soundanlagen und Fernseher ohne OLED-Technik lassen sich problemlos ausschalten.
Abschaltbare Steckerleisten verwenden
Steckerleisten mit Schalter trennen mehrere Geräte mit einem Klick vom Strom. Master-Slave-Steckdosenleisten schalten automatisch alle angeschlossenen Geräte ab, sobald das Hauptgerät ausgeschaltet wird. Ferngesteuerte Modelle kosten etwa 30 bis 40 Euro.
WLAN-Router zeitgesteuert abschalten
WLAN-Router verbrauchen zwischen 6 und 12 Watt pro Stunde. Schalten Sie den Router nachts für 6 Stunden ab, sparen Sie zwischen 6 und 11 Euro im Jahr. Viele moderne Router verfügen über eine Zeitschaltuhr.
Ladekabel aus der Steckdose ziehen
Ladekabel verbrauchen Energie, auch wenn sie nichts laden. Ziehen Sie Handy-Ladegeräte immer aus der Steckdose, sonst droht Überhitzung und Brandgefahr.

Energieeffiziente Geräte wählen
Der Kauf neuer Haushaltsgeräte bietet die Chance, langfristig energie sparen zu können. Seit März 2021 gilt europaweit das überarbeitete EU-Energielabel mit vereinfachter Einstufung.
EU-Energielabel verstehen
Das neue Label klassifiziert Geräte von A (sehr effizient, dunkelgrün) bis G (wenig effizient, rot). Die früheren Plusklassen A+, A++ und A+++ wurden abgeschafft. Ein QR-Code auf jedem Label ermöglicht den Zugriff auf zusätzliche Produktinformationen aus der europäischen EPREL-Datenbank. Neben der Energieeffizienz zeigt das Label gerätespezifische Angaben wie Wasserverbrauch, Füllmenge und Geräuschpegel.
Alte Stromfresser ersetzen
Bei Geräten über 10 Jahre lohnt sich der Austausch gegen energieeffiziente Modelle. Ein altes Haushaltgerät verbraucht bis zu 50 Prozent mehr Strom als ein Modell der besten Effizienzklasse. Allerdings sollten funktionsfähige Geräte nicht vorschnell ersetzt werden, da auch die Herstellung Energie benötigt.
Langfristige Kostenersparnis
Ein energieeffizienter Kühlschrank verbraucht circa 100 kWh pro Jahr, während ein ineffizientes Modell gleicher Grösse 250 kWh benötigt. Bei 30 Cent Strompreis entspricht das einer jährlichen Ersparnis von 48 Euro. Multipliziert mit Geschirrspüler und Waschmaschine ergeben sich Einsparungen über 100 Franken jährlich.
Wie kann man energie sparen beim Gerätekauf
Wählen Sie Geräte der Klassen A bis C. Vergleichen Sie stets gleich grosse Geräte miteinander. Achten Sie auf bedarfsgerechte Grösse und Zusatzfunktionen wie Eco-Modi.
Vergleichstabelle
Vergleichstabelle: Energiespartipps im Haushalt
| Massnahme | Einsparpotential | Jährliche Kostenersparnis | Hauptmassnahme | Wichtigste Empfehlung |
| Raumtemperatur gezielt senken | 6% pro 1°C weniger | Bis zu 24% bei 4°C Reduktion | Temperatur raumspezifisch anpassen | Wohnzimmer 20-22°C, Schlafzimmer 16-18°C, Bad 22-24°C |
| Richtig lüften statt Fenster kippen | Bis zu 30% | Bis zu 160 € pro Jahr | Stosslüften statt Dauerlüften | 5 Min. im Winter, 20-30 Min. im Sommer, Thermostat vorher herunterdrehen |
| Heizkörper entlüften und freihalten | Bis zu 15% | Ca. 40,50 € (2-Personen-Haushalt) | Jährlich entlüften, 20 cm Abstand zu Möbeln | Zu Beginn der Heizperiode entlüften, Wasserdruck kontrollieren |
| Programmierbare Thermostate nutzen | 10-26% | 177 € bei Gasheizung | Automatische Temperaturregelung | Heizzeiten an Tagesablauf anpassen, Fensterkontakte nutzen |
| Warmwasser bewusst nutzen | Bis zu 30% | Bis zu 250 € pro Person/Jahr | Sparduschkopf installieren | 5 Min. duschen statt baden, Wasser beim Einseifen abstellen |
| Energieeffizient kochen und backen | Bis zu 70% mit Deckel | Ca. 20 € pro Jahr | Mit Deckel kochen | Restwärme nutzen, Vorheizen vermeiden, Topfgrösse an Platte anpassen |
| Kühl- und Gefriergeräte optimieren | 6% pro 1°C | 10-20% der Energiekosten | Richtige Temperatur einstellen | Kühlschrank 7°C, Gefrierfach -18°C, regelmässig abtauen |
| Waschmaschine effizient einsetzen | Bis zu 67% | Ca. 60 € pro Jahr | Bei 30°C statt 60°C waschen | Eco-Programm nutzen, Maschine voll beladen, Wäsche lufttrocknen |
| Geschirrspüler richtig nutzen | Nicht angegeben | Ca. 523 kWh pro Jahr | Eco-Programm verwenden | Vorspülen vermeiden, nur bei voller Beladung starten |
| Auf LED-Beleuchtung umstellen | Bis zu 90% | Ca. 32 € pro Lampe/Jahr | Glühbirnen durch LED ersetzen | LED mit 6-7 Watt statt 60 Watt Glühbirne, Bewegungsmelder nutzen |
| Standby-Modus vermeiden | 8% des Gesamtverbrauchs | 84-144 € pro Jahr | Geräte vollständig ausschalten | Abschaltbare Steckerleisten verwenden, Router nachts abschalten |
| Energieeffiziente Geräte wählen | Bis zu 50% | Über 100 CHF pro Jahr | Geräte Klasse A-C wählen | Alte Geräte (>10 Jahre) ersetzen, EU-Energielabel beachten |
Schlussfolgerung
Energie sparen im Haushalt muss nicht kompliziert sein. Wie wir gezeigt haben, lassen sich mit einfachen Massnahmen erhebliche Beträge einsparen. Senken Sie die Raumtemperatur gezielt, lüften Sie richtig, optimieren Sie Ihre Haushaltsgeräte und nutzen Sie LED-Beleuchtung. Im Grunde genommen beginnen Sie am besten mit ein oder zwei Massnahmen, die sich leicht in Ihren Alltag integrieren lassen. Sobald diese zur Gewohnheit geworden sind, erweitern Sie Schritt für Schritt Ihre Energiespar-Strategie. Letztendlich profitieren Sie nicht nur finanziell, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz – ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
FAQs
Q1. Welche einfachen Massnahmen helfen am meisten beim Energiesparen im Haushalt? Die wirksamsten Massnahmen sind die Absenkung der Raumtemperatur um 1-2 Grad (spart 6% pro Grad), richtiges Stosslüften statt Dauerlüften, die Nutzung von LED-Beleuchtung (bis zu 90% weniger Verbrauch) und das vollständige Ausschalten von Geräten statt Standby-Betrieb. Auch beim Waschen bei 30°C statt 60°C lassen sich etwa zwei Drittel der Energiekosten einsparen.
Q2. Wie viel Geld kann man durch Energiesparen im Haushalt tatsächlich sparen? Das Einsparpotential ist beträchtlich: Durch richtiges Lüften sparen Sie bis zu 160 Euro jährlich, mit Sparduschköpfen bis zu 250 Euro pro Person, durch Vermeidung des Standby-Modus 84-144 Euro und beim Waschen mit niedrigeren Temperaturen rund 60 Euro. Insgesamt können Haushalte mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen, ohne auf Komfort zu verzichten.
Q3. Welche Haushaltsgeräte verbrauchen am meisten Strom? Die grössten Stromverbraucher sind Heizung und Warmwasser (zusammen etwa 70% des Energieverbrauchs), gefolgt von Kühl- und Gefriergeräten (10-20% der Energiekosten), Waschmaschine und Trockner (etwa 14% des Gesamtverbrauchs) sowie Standby-Geräte (8% des Stromverbrauchs). Alte Geräte über 10 Jahre verbrauchen oft bis zu 50% mehr Energie als moderne, effiziente Modelle.
Q4. Lohnt sich der Austausch alter Haushaltsgeräte gegen energieeffiziente Modelle? Bei Geräten über 10 Jahren lohnt sich der Austausch definitiv. Ein energieeffizienter Kühlschrank verbraucht etwa 100 kWh pro Jahr, während ein altes Modell gleicher Grösse 250 kWh benötigt – das entspricht einer jährlichen Ersparnis von 48 Euro. Zusammen mit anderen Geräten ergeben sich Einsparungen von über 100 Franken jährlich. Achten Sie beim Kauf auf die EU-Energielabel-Klassen A bis C.
Q5. Wie kann man beim Heizen effektiv Energie sparen, ohne zu frieren? Passen Sie die Temperatur an jeden Raum an: Wohnzimmer 20-22°C, Schlafzimmer 16-18°C, Bad 22-24°C. Entlüften Sie Heizkörper jährlich (spart bis zu 15%), halten Sie 20 cm Abstand zu Möbeln und nutzen Sie programmierbare Thermostate für automatische Temperaturregelung. Eine Nachtabsenkung um 2-4°C ist ebenfalls sinnvoll. Diese Massnahmen ermöglichen Einsparungen von bis zu 26% ohne Komfortverlust.