
Wusstest du, dass ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt jährlich zwischen 800 und 1000 Franken für Strom ausgibt? Tatsächlich verbrauchen Haushalte rund 30 Prozent der gesamten Energie in Form von Strom, Wärme und Warmwasser. Die gute Nachricht: Wer seinen Stromverbrauch senken möchte, kann durch einfache Maßnahmen 10 bis 20 Prozent Energie einsparen.
In diesem Leitfaden zeigen wir dir konkrete Tipps, wie du deinen Stromverbrauch im Haushalt senken kannst – von der Küche über die Waschmaschine bis zur Wärmepumpe. Lass uns direkt starten!
Stromverbrauch im Haushalt verstehen
Um deinen Stromverbrauch im Haushalt senken zu können, benötigst du zunächst ein solides Verständnis deiner aktuellen Verbrauchssituation. Der Stromverbrauch ergibt sich aus der Kombination von Geräteleistung und Nutzungsdauer. Die Leistung eines Geräts wird in Watt (W) angegeben und beschreibt, wie viel Energie pro Zeiteinheit benötigt wird. Multiplizierst du die Leistung mit der Betriebszeit und teilst das Ergebnis durch 1.000, erhältst du den Energieverbrauch in Kilowattstunden (kWh).
Wie viel Strom verbraucht ein durchschnittlicher Haushalt
Der Stromverbrauch unterscheidet sich erheblich je nach Haushaltsgröße und Wohnform. In einem Mehrfamilienhaus verbraucht ein Ein-Personen-Haushalt durchschnittlich 1.200 kWh pro Jahr, während ein Zwei-Personen-Haushalt bei 1.900 kWh liegt. Bei drei Personen steigen die Werte auf 2.400 kWh und bei vier Personen auf 2.600 kWh.
Einfamilienhäuser weisen einen höheren Verbrauch auf: Ein Ein-Personen-Haushalt benötigt etwa 1.800 kWh, zwei Personen verbrauchen 2.700 kWh, drei Personen 3.500 kWh und vier Personen 3.800 kWh jährlich. Der Mehrverbrauch in Einfamilienhäusern resultiert aus Außenbeleuchtung, Garten und Garage.
Wird Warmwasser elektrisch erzeugt, steigt der Stromverbrauch pro Person um etwa 350 kWh jährlich. Bei einem Ein-Personen-Haushalt im Mehrfamilienhaus erhöht sich der Verbrauch dadurch von 1.200 kWh auf 1.600 kWh.
Die größten Stromfresser identifizieren
Einige Haushaltsgeräte tragen aufgrund ihrer hohen Leistung oder langen Betriebszeiten besonders zum Gesamtstromverbrauch bei. Die folgende Übersicht zeigt die zehn größten Stromverbraucher in einem Drei-Personen-Haushalt:
| Gerät | Verbrauch pro Jahr |
| Alte Heizungspumpe | 600-800 kWh |
| Elektroherd | <citation index=“43″ link=“https://www.entega.de/ratgeber/strom/stromverbrauch/stromverbrauch-messen/“ similar_text=“Richtwerte für verschiedene Elektrogeräte. Bei der Vielzahl an Elektrogeräten können die folgenden Angaben nur eine grobe Orientierung geben. Der Verbrauch gilt für ein Jahr und einen Drei-Personen-Haushalt bei durchschnittlicher Nutzung. Gerät |
| Gefrierschrank | 415 kWh |
| Kühlschrank | <citation index=“43″ link=“https://www.entega.de/ratgeber/strom/stromverbrauch/stromverbrauch-messen/“ similar_text=“Richtwerte für verschiedene Elektrogeräte. Bei der Vielzahl an Elektrogeräten können die folgenden Angaben nur eine grobe Orientierung geben. Der Verbrauch gilt für ein Jahr und einen Drei-Personen-Haushalt bei durchschnittlicher Nutzung. Gerät |
| Beleuchtung | 330 kWh [82] |
| Wäschetrockner | <citation index=“43″ link=“https://www.entega.de/ratgeber/strom/stromverbrauch/stromverbrauch-messen/“ similar_text=“Richtwerte für verschiedene Elektrogeräte. Bei der Vielzahl an Elektrogeräten können die folgenden Angaben nur eine grobe Orientierung geben. Der Verbrauch gilt für ein Jahr und einen Drei-Personen-Haushalt bei durchschnittlicher Nutzung. Gerät |
| Geschirrspüler | <citation index=“43″ link=“https://www.entega.de/ratgeber/strom/stromverbrauch/stromverbrauch-messen/“ similar_text=“Richtwerte für verschiedene Elektrogeräte. Bei der Vielzahl an Elektrogeräten können die folgenden Angaben nur eine grobe Orientierung geben. Der Verbrauch gilt für ein Jahr und einen Drei-Personen-Haushalt bei durchschnittlicher Nutzung. Gerät |
| Waschmaschine | <citation index=“43″ link=“https://www.entega.de/ratgeber/strom/stromverbrauch/stromverbrauch-messen/“ similar_text=“Richtwerte für verschiedene Elektrogeräte. Bei der Vielzahl an Elektrogeräten können die folgenden Angaben nur eine grobe Orientierung geben. Der Verbrauch gilt für ein Jahr und einen Drei-Personen-Haushalt bei durchschnittlicher Nutzung. Gerät |
| Fernseher | 190 kWh |
| WLAN-Router | 135 kWh |
Besonders kritisch sind Geräte im Dauerbetrieb. Kühl- und Gefriergeräte laufen rund um die Uhr und verbrauchen dadurch jährlich etwa 300 bis 500 kWh. Alte Heizungspumpen gehören mit bis zu 500 kWh jährlich zu den größten Stromverbrauchern im Haushalt. Im Schnitt verbraucht jedes fünfte Haushaltsgerät zu viel Strom.
Einsparpotenzial realistisch einschätzen
Mit einem Strommessgerät kannst du den Stromverbrauch einzelner Geräte genau ermitteln. Diese Geräte werden als Zwischenstecker zwischen Steckdose und Gerät eingesteckt und zeigen den Verbrauch in Kilowattstunden sowie die zu erwartenden Stromkosten an. Viele Verbraucherzentralen, Energie- und Klimaschutzagenturen sowie lokale Energieversorger verleihen solche Messgeräte kostenlos.
Für eine realistische Messung solltest du Geduld mitbringen: Lasse das Energiekostenmessgerät mindestens eine Woche lang an jedem Verbraucher laufen. Bei Kühlschränken empfiehlt sich eine 24-Stunden-Messung, da sie morgens und abends öfter geöffnet werden als tagsüber.
Vergleiche deinen Jahresverbrauch mit dem Stromspiegel. Liegt dein Verbrauch im roten Bereich (F oder G), kannst du durch gezielte Maßnahmen mehrere hundert Euro pro Jahr einsparen. Selbst im gelben Bereich (C bis E) existieren noch Sparpotenziale. Durch das Bewusstsein über Leistung und Nutzungsdauer deiner Haushaltsgeräte lassen sich gezielt Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs ergreifen.
Stromverbrauch senken in der Küche
In der Küche konzentrieren sich mehrere Großverbraucher auf engem Raum. Während Kühl- und Gefriergeräte bereits im vorherigen Abschnitt als dauerhafte Stromverbraucher identifiziert wurden, zeigen sich bei ihrer Nutzung konkrete Einsparmöglichkeiten.
Kühlschrank und Gefrierschrank optimieren
Die Temperatureinstellung deines Kühlschranks hat einen direkten Einfluss auf den Energieverbrauch. Jedes Grad Celsius, das er zu kühl eingestellt ist, bedeutet eine Verbrauchserhöhung um fünf Prozent. Acht Grad Celsius im mittleren Bereich des Kühlteils reichen für die Lebensmittelhygiene völlig aus. Im Gefrierfach solltest du minus 18 Grad Celsius nicht unterschreiten.
Sobald sich Eis im Kühlschrank bildet, sinkt die Leistung und erhöht sich der Stromverbrauch. Eine Vereisung von fünf Millimetern erhöht den Stromverbrauch um rund 30 Prozent. Regelmäßiges Abtauen ist deshalb für die Energiebilanz entscheidend. Der Standort spielt ebenfalls eine Rolle: Je kühler die Raumtemperatur, desto weniger Leistung muss das Gerät erbringen. Stelle dein Kühlgerät nicht neben dem Herd oder einem Heizkörper auf und vermeide direkte Sonneneinstrahlung.
Ein vollgestellter Kühlschrank hält die Temperatur besser als ein leerer. Warme Speisen solltest du erst auf Zimmertemperatur abkühlen lassen, bevor du sie in den Kühlschrank stellst. Je kürzer die Tür offen bleibt, desto geringer ist der Temperaturverlust. Prüfe die Türdichtungen regelmäßig auf Schäden, denn defekte Dichtungen steigern den Stromverbrauch immens.
Effizient kochen und backen
Beim Kochen und Backen entfallen in einem durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt rund elf Prozent des jährlichen Stromverbrauchs auf diese Bereiche. Die Wahl des richtigen Kochgeschirrs macht einen Unterschied: Verwende Töpfe und Pfannen, die zur Größe der Herdplatte passen. Ein Deckel auf dem Topf verkürzt die Kochzeiten erheblich und spart Energie.
Für Wasser bis zu einem Liter ist der Wasserkocher die stromsparende Alternative zum Herd. Ein elektrischer Wasserkocher benötigt für das Erhitzen eines Liters Wasser 0,1 Kilowattstunden Energie, auf dem Herd wird zwei- bis dreimal so viel Energie verbraucht. Nutze die Restwärme des Herds: Schalte die Herdplatte fünf bis zehn Minuten vor Ende der Garzeit aus. Bei Gasherden und Induktionsherden funktioniert dieser Tipp allerdings nicht.
Beim Backofen musst du nicht vorheizen. Das vorbereitete Gericht in den kalten Backofen zu stellen und den Ofen erst dann anzustellen, spart bis zu 20 Prozent Energie. Umluft ist energieeffizienter als Ober- und Unterhitze, da die Temperatur um 20 bis 30 Grad niedriger eingestellt werden kann. Öffne die Backofentür während des Betriebs nicht öfter als nötig, denn beim Öffnen gehen jedes Mal rund 20 Prozent der Energie verloren.
Geschirrspüler richtig nutzen
Im Eco-Modus bei 50 Grad Celsius verbraucht ein Spülzyklus 0,73 kWh. Verglichen mit dem Automatikprogramm sparst du dadurch circa 523 kWh pro Jahr. Das Eco-Programm dauert etwa drei bis vier Stunden und spült bei niedrigerer Temperatur von 45 oder 50 Grad anstelle von 60 oder 70 Grad. Da bei der Spülmaschine die meiste Energie für das Erhitzen des Wassers verbraucht wird, sparst du beim Eco-Programm erheblich Energie.
Damit sich keine Ablagerungen oder Keime bilden, solltest du den Geschirrspüler zumindest einmal im Monat bei hohen Temperaturen von etwa 65 bis 75 Grad laufen lassen. Lasse die Spülmaschine nur vollständig befüllt laufen. Vorspülen ist bei modernen Geschirrspülern überflüssig.
Kleine Küchengeräte bewusst einsetzen
Bei Kaffeemaschinen entstehen bis zu drei Viertel des Stromverbrauchs im Standby-Modus. Schalte deine Maschine nach Gebrauch konsequent aus oder stelle die automatische Abschaltung möglichst kurz ein. Für das Erwärmen kleinerer Portionen bereits gekochten Essens ist der Mikrowellenherd energiesparender im Vergleich zu Elektro-Backrohr oder Herdplatte. Regelmäßiges Entkalken von Wasserkocher und Kaffeemaschine spart Energie und schont die Geräte.

Stromverbrauch haushalt senken beim Waschen und Trocknen
Rund zehn Prozent des Stromverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt entfallen auf das Waschen und Trocknen von Wäsche. Hier liegt erhebliches Potential, um den Stromverbrauch haushalt senken zu können.
Bei niedrigen Temperaturen waschen
Die Waschtemperatur bildet den größten Energiesparhebel beim Wäschewaschen. Drei Viertel des Stromverbrauchs einer Waschmaschine entfallen auf das Erhitzen des Wassers. Eine 40-Grad-Wäsche spart im Vergleich zum 60-Grad-Programm rund 45 Prozent Strom. Senkst du die Temperatur von 40 auf 30 Grad, sparst du weitere 40 Prozent Energie.
Für normal verschmutzte Buntwäsche genügen 30 Grad, für weiße Wäsche reichen 40 Grad aus. Moderne Waschmittel mit kaltaktiven Enzymen reinigen bereits bei niedrigen Temperaturen zuverlässig. Die Enzyme bauen den Schmutz ab, während Tenside ihn von den Textilien entfernen und in die Waschlauge transportieren. Bei Temperaturen von 30 Grad oder niedriger verlängert sich die Waschdauer, um dieselbe Waschleistung zu erzielen.
Aus hygienischen Gründen solltest du ein- bis zweimal im Monat bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel waschen, das Bleichmittel enthält. Dies verhindert die Bildung von Schleimschichten aus Bakterien und Pilzen in der Waschmaschine.
Wäsche an der Luft trocknen
Am sparsamsten ist es, ganz auf den Trockner zu verzichten. Wäschetrockner verbrauchen fast doppelt so viel Strom wie eine Waschmaschine im Kochwaschgang. Lufttrocknen funktioniert im Freien, auf dem Balkon oder in gut belüfteten Innenräumen kostenlos und schont deine Textilien.
Wenn du dennoch einen Trockner verwendest, schleudere die Wäsche vorher gründlich. Bei 1.600 Umdrehungen pro Minute wird bis zu zehn Prozent mehr Wasser entfernt, was Trocknungszeit und Stromverbrauch reduziert. Die Schleuderleistung von mindestens 1.400 Umdrehungen pro Minute verkürzt die benötigte Trocknungszeit im Gerät deutlich.
Eco-Programme konsequent nutzen
Eco-Programme dauern zwei bis vier Stunden und erscheinen zunächst ineffizient. Tatsächlich verbrauchen sie nur halb so viel Strom wie Standardprogramme. Der Grund: Sie waschen bei niedrigeren Temperaturen von 30 bis 40 Grad statt bei 60 Grad oder höher. Da das Erhitzen des Wassers den Großteil der Energie beansprucht, fällt die längere Laufzeit des Motors energetisch kaum ins Gewicht.
Das Wasser wird im Eco-Modus länger genutzt, wodurch Reinigungsmittel besser auf die Verschmutzung einwirken können. Kurzprogramme sind daher nicht zu empfehlen, denn sie führen meist zu höherem Strom- und Wasserverbrauch.
Waschmaschine optimal befüllen
Nutze das Fassungsvermögen deiner Waschmaschine bei jedem Waschgang vollständig aus. Als Faustregel gilt: Passt deine Hand noch zwischen Schmutzwäsche und Trommel, ist die Maschine gut befüllt. Eine Ausnahme bilden Woll- und Feinwäsche sowie Seide, hier sollte mehr Platz gelassen werden, damit die Kleidungsstücke nicht so stark aneinander reiben.
Zwei halbe Ladungen verbrauchen etwa ein Drittel mehr Strom als eine volle Ladung. Moderne Waschmaschinen verfügen zwar über Beladungssensoren, die Wasser- und Energieverbrauch anpassen, dennoch liegt der Verbrauch im Vergleich zu einer vollbeladenen Maschine deutlich höher.
Beleuchtung und Unterhaltungselektronik optimieren
Beleuchtung macht etwa acht bis zehn Prozent des Stromverbrauchs in einem Haushalt aus. Zusammen mit Unterhaltungselektronik verursacht dieser Bereich erhebliche Kosten, die sich durch gezielte Maßnahmen deutlich senken lassen.
Auf LED-Lampen umsteigen
LED-Lampen verbrauchen 85 bis 90 Prozent weniger Strom als Glühbirnen. Eine 60-Watt-Glühbirne benötigt für die gleiche Helligkeit nur 9 bis 12 Watt bei einer LED. Die Lebensdauer von LEDs liegt mit 10.000 bis 15.000 Betriebsstunden zehn- bis fünfzehnmal höher als bei Glühbirnen.
Rechnest du mit drei Lampen bei durchschnittlich drei Stunden täglicher Nutzung, verbrauchen drei Glühbirnen mit 60 Watt jährlich 197,1 Kilowattstunden, während drei LED-Lampen mit 10 Watt nur 32,85 Kilowattstunden benötigen. Das ergibt eine Ersparnis von 164,25 Kilowattstunden pro Jahr. Bei einem Strompreis von 30 bis 40 Cent pro Kilowattstunde sparst du dadurch 49,28 bis 70,96 Euro jährlich.
LEDs entwickeln kaum Wärme und enthalten kein Quecksilber. Sie erreichen sofort nach dem Einschalten 100 Prozent Helligkeit. Der etwas höhere Anschaffungspreis amortisiert sich durch die Stromersparnis und längere Lebensdauer schnell.
Stand-by-Modus vermeiden
Der Stand-by-Modus verursacht bis zu zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Haushalt. In einem Einfamilienhaus mit vier Personen entstehen durch Stand-by jährlich Kosten von bis zu 100 Franken. Geräte wie Fernseher, Computer, Stereoanlagen und Drucker bleiben im Stand-by aktiv und verbrauchen zwischen 0,5 und 10 Watt.
Schließe mehrere Geräte an eine Mehrfachsteckdose mit Schalter an. Ein Knopfdruck trennt alle Geräte vollständig vom Stromnetz. Intelligente Steckdosen mit Zeitschaltuhr schalten Geräte zu bestimmten Zeiten automatisch ab. Master-Slave-Steckdosen trennen angeschlossene Geräte automatisch vom Netz, sobald das Hauptgerät ausgeschaltet wird.
Computer und Fernseher effizient nutzen
Reduziere die Bildschirmhelligkeit deines Computers und Fernsehers. Dies spart Energie und schont deine Augen. Aktiviere den Energiesparmodus in den Systemeinstellungen. Dieser senkt automatisch die Helligkeit und schickt das Gerät schneller in den Ruhemodus.
Schalte den Bildschirmschoner aus, denn er verbraucht unnötig Energie. Fahre Computer vollständig herunter statt sie im Stand-by zu lassen. Fernseher bieten automatische Helligkeitsanpassung und Abschaltfunktionen nach festgelegter Inaktivitätszeit.
Licht gezielt einsetzen
Schalte das Licht konsequent aus, sobald du einen Raum verlässt. Häufiges Ein- und Ausschalten schadet LED-Lampen nicht, sie halten über 50.000 Schaltzyklen. Nutze Tageslicht wo möglich und halte Jalousien geöffnet. Beleuchte nur die Bereiche, die du tatsächlich nutzt.
Heizen und Warmwasser: Wärmepumpe Stromverbrauch senken
Heizenergie dominiert den Energieverbrauch im Haushalt mit 68 Prozent. Jedes Grad weniger Raumtemperatur entspricht sechs Prozent Energieeinsparung. Wer den Stromverbrauch senken möchte, findet hier die größten Einsparpotenziale.
Raumtemperatur bewusst regulieren
Im Wohnzimmer genügen 20 Grad Celsius, während die Küche mit 18 bis 20 Grad auskommt. Das Bad benötigt als wärmster Raum 23 Grad, Kinderzimmer und Arbeitszimmer jeweils 20 bis 22 Grad. Im Schlafzimmer reichen 16 bis 18 Grad aus, der Flur wird mit 16 Grad am wenigsten geheizt. Diese Temperaturabstufung nutzt die unterschiedlichen Nutzungsprofile der Räume und senkt den Energieverbrauch spürbar.
Richtig lüften im Winter
Ineffizientes Lüften treibt Heizkosten um bis zu 20 Prozent in die Höhe. Stoßlüften drei bis fünf Mal täglich für fünf bis zehn Minuten sorgt für optimale Luftqualität. Im Winter reichen fünf Minuten, während des Sommers sind 30 Minuten angemessen. Drehe während des Stoßlüftens die Thermostatventile vollständig ab, um zu verhindern, dass die Heizungsanlage unnötig Energie verbraucht. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen Fensterlaibungen und Wände stark aus, führen zu massiven Energieverlusten und erhöhen das Risiko von Schimmelbildung.
Warmwasserverbrauch reduzieren
Nach der Heizenergie macht Warmwasser mit 15 Prozent den zweitgrößten Anteil des Energieverbrauchs aus. Der durchschnittliche Wasserverbrauch beim Duschen liegt bei 70 Litern, während in eine Badewanne 150 bis 200 Liter passen. Ein Sparduschkopf reduziert den Durchfluss von 12 bis 15 Litern pro Minute auf 6 bis 7 Liter, was bis zu 50 Prozent des Warmwasserverbrauchs spart.
Heizungspumpe modernisieren
Alte, ungeregelte Heizungspumpen verbrauchen bis zu 600 Kilowattstunden Strom jährlich. Moderne Hocheffizienzpumpen sparen gegenüber Modellen, die bis 2007 verbaut wurden, mindestens 80 Prozent Strom ein. Der Austausch kostet einschließlich Einbau etwa 300 bis 400 Euro und rechnet sich nach etwa vier Jahren. Hocheffizienzpumpen erkennst du an einem niedrigen Energie-Effizienz-Index (EEI) unter 0,24.
Wärmepumpe effizient betreiben
Je höher die Vorlauftemperatur, desto mehr Strom verbraucht die Wärmepumpe. Jedes Grad weniger senkt den Stromverbrauch um bis zu 2,5 Prozent. Eine Wärmepumpe heizt besonders effizient mit einer möglichst geringen Vorlauftemperatur von etwa 30 Grad Celsius. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Kilowattstunden Wärme durch den Einsatz von einer Kilowattstunde Strom bereitgestellt werden. Ab einer JAZ von circa drei sind elektrische Wärmepumpen wirtschaftlich.

Schlussfolgerung
Du hast jetzt alle wichtigen Werkzeuge in der Hand, um deinen Stromverbrauch deutlich zu senken. Von der Küche über die Waschmaschine bis zur Heizung haben wir konkrete Einsparmöglichkeiten aufgezeigt. Die gute Nachricht: Die meisten Maßnahmen erfordern keine großen Investitionen, sondern lediglich bewusstes Handeln im Alltag.
Fange am besten heute noch an. Messe deinen aktuellen Verbrauch, identifiziere die größten Stromfresser und setze die einfachsten Tipps zuerst um. Selbst kleine Veränderungen summieren sich zu spürbaren Einsparungen. Mit der Zeit werden diese energiesparenden Gewohnheiten zur Routine und deine Stromrechnung sinkt Monat für Monat.
FAQs
Q1. Welche Maßnahmen helfen am effektivsten, um den Stromverbrauch im Haushalt zu reduzieren? Die wirksamsten Maßnahmen umfassen den Austausch alter Heizungspumpen gegen Hocheffizienzmodelle, die Nutzung von LED-Lampen statt Glühbirnen, das Waschen bei niedrigen Temperaturen (30-40 Grad), die konsequente Vermeidung des Stand-by-Modus bei Elektrogeräten und die Optimierung der Kühlschranktemperatur auf 8 Grad Celsius. Bereits durch diese einfachen Anpassungen lassen sich 10 bis 20 Prozent Energie einsparen.
Q2. Welche Haushaltsgeräte verbrauchen am meisten Strom? Die größten Stromverbraucher sind alte Heizungspumpen mit 600-800 kWh jährlich, gefolgt von Elektroherden (445 kWh), Gefrierschränken (415 kWh), Kühlschränken (330 kWh), Beleuchtung (330 kWh) und Wäschetrocknern (325 kWh). Auch Geschirrspüler, Waschmaschinen, Fernseher und WLAN-Router tragen erheblich zum Gesamtverbrauch bei.
Q3. Wie viel Strom kann ich durch niedrigere Waschtemperaturen einsparen? Eine 40-Grad-Wäsche spart im Vergleich zu 60 Grad etwa 45 Prozent Strom. Wäschst du bei 30 statt 40 Grad, sparst du weitere 40 Prozent Energie. Da drei Viertel des Stromverbrauchs einer Waschmaschine auf das Erhitzen des Wassers entfallen, macht die Temperaturwahl den größten Unterschied beim Energiesparen.
Q4. Lohnt sich der Umstieg auf LED-Lampen wirklich? Ja, LED-Lampen verbrauchen 85 bis 90 Prozent weniger Strom als Glühbirnen und halten zehn- bis fünfzehnmal länger. Bei drei Lampen mit je drei Stunden täglicher Nutzung sparst du jährlich etwa 164 Kilowattstunden, was 50 bis 70 Euro entspricht. Der höhere Anschaffungspreis amortisiert sich durch die Stromersparnis und längere Lebensdauer schnell.
Q5. Wie kann ich den Stromverbrauch meiner Wärmepumpe senken? Senke die Vorlauftemperatur so weit wie möglich – idealerweise auf etwa 30 Grad Celsius. Jedes Grad weniger reduziert den Stromverbrauch um bis zu 2,5 Prozent. Zusätzlich hilft es, die Raumtemperatur bewusst zu regulieren, da jedes Grad weniger Raumtemperatur sechs Prozent Heizenergie einspart. Achte auf eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens drei für wirtschaftlichen Betrieb.